Gemeinschaft mit Gott

Die heutige Predigt habe ich überschrieben:
"Gemeinschaft mit Gott". Gemeinschaft mit Gott ermöglicht uns das Gebet. Aus dieser Verbindung mit dem Herrn wird uns eine Kraft zuteil, welche das menschliche Herz umformt und für den Empfang himmlischer Schätze vorbereitet.
Ich möchte gerne mit Euch Lukas 11,1 lesen.-Text
Was ist wirkliches Beten? Jeder gläubige Christ würde mir nun antworten:
-Ein Gespräch mit Gott, wie mit einem Freund,
-Dank und Ehrfurcht,
-Der Schlüssel zum Glauben,
-Das Atmen der Seele.
-Eine Kraftquelle.
Die Antworten könnten wir fortsetzen.

Aber- wieviele Christen bzw. Adventisten beten wirklich? Ich meine vom Herzen.

Eine Familienumfrage in ausgewählten Gemeinden vor einigen Jahren hat ergeben, dass 82 Prozent der Adventisten nicht regelmäßig beten. Nur 12 Prozent führen ein intensives und regelmäßiges Gebetsleben.

Die Zahl ist erschreckend. Fühlen wir uns wohl in Laodizäa?
Lasst uns doch wieder Gottes Kinder werden. In dieser letzten Zeit brauchen wir eine enge Verbindung zu unserem himmlischen Vater, sonst sind wir verloren.

Wie sieht es unter den anderen Christen aus?

Eine Eltern- Illustrierte hat eine Umfrage unter 2023 Kindern durchgeführt über das Oberhaupt der katholischen Kirche.
51,4 Prozent der Kinder waren der Auffassung, dass der Papst für sie beten würde. Ein dreizehn-jähriger sagte: Er betet zu Gott, dass die Kriege in der Welt aufhören. Ich glaube, er kann mit Gott sprechen. Nicht so direkt, aber im Gebet. Er muss doch oft sehr enttäuscht sein, wenn er dauernd sieht, dass Gott ihn nicht erhört.

Wie dieser Junge, so glaubten auch viele andere Kinder, dass nur der Papst beten könne. Wie kann da eine persönliche Beziehung zu Jesus aufgebaut werden?

Was will das Gebet bedeuten?

Das Gebet bringt das deinige und meinige Herz in unmittelbare Berührung mit der Quelle des Lebens und es stärkt die Sehnen und Muskeln unserer geistlichen Erfahrung.

Ich wiederhole:

In Stufen zu Christus, S. 93, lesen wir: "Das Gebet bringt Gott nicht zu uns, vielmehr uns zu ihm. Durch die innige Gemeinschaft lernen wir, unser eigenes ich zu begraben und uns ganz in die Hände unseres Herrn Jesu zu geben."
Ja , wie beginne ich einen neuen Tag?
Hierzu wollen wir die Bibel aufschlagen und Psalm 5, 2-4 lesen: „Text“.
Wie wir gerade gelesen haben, sollte unser allererstes Verlangen am Morgen die Bitte um die Gegenwart Jesu sein. "Ohne mich" sagt er, "könnt ihr nichts tun". Wir brauchen Jesus, sein Licht, sein Leben, seinen Geist. Wir brauchen ihn zur jeder Stunde. Deswegen sollten wir morgens beten, wenn noch Stille um uns ist und die Hektik des Alltags uns noch nicht erfasst hat. Satan merkt sofort, wenn wir etwas ohne Gott anfangen wollen. Sofort ist der Verführer zu Stelle und bereit unsere Gedanken übel zu beeinflussen. Gott möchte aber, dass wir in seiner Hand geborgen sind.
Der Glaubenskampf des Christen besteht darin, beständig mit Christus verbunden zu bleiben. Diese Verbindung wird durch Glauben und Gebet hergestellt. Unser tägliches Training für ein fruchtbringendes Christenleben lautet: Nimm dir Zeit allein mit Gott am Beginn eines jeden Tages.
Die Erhaltung und Förderung des geistlichen Lebens wird in der Bibel oft mit dem Essen verglichen. Lesen wir Jer. 15,16: "Text"
Da wir die Kraft aus der Nahrung tagsüber für unsere Arbeit brauchen, sollten wir morgens am kräftigsten speisen. Diese Regel gilt auch im geistlichen Bereich. Lasst uns morgens die Kraft für die Aufgaben und Versuchungen des Tages holen, wie Jesus es tat. Dazu lesen wir Mark. 1,35: "Text"
Die Morgenandacht hat Auswirkungen den ganzen Tag über.
Dietrich Bonhöfer schreibt:" Das Gebet in der Frühe entscheidet über den Tag. Vergeudete Zeit, derer wir uns schämen, Versuchungen, denen wir erliegen, Schwäche und Mutlosigkeit in der Arbeit, Unordnung und Zuchtlosigkeit in unseren Gedanken und im Umgang mit anderen Menschen haben ihren Grund häufig in der Vernachlässigung des morgendlichen Gebets."

Im Buch "Leben Jesu" lesen wir auf Seite 66: "So wie wir jeden Tag essen müssen, um kräftig zu bleiben, brauchen wir auch jeden Tag Zeit zur Pflege der Gemeinschaft mit Gott. Die geistliche Stärke von gestern reicht nicht für heute. Und wenn die Verbindung erst einmal unterbrochen ist, ist es umso schwieriger, sie wieder herzustellen."

In jungen Jahren habe ich in der Gemeinde anlässlich eines Gemeindefestes ein Gedicht vorgetragen. Der Inhalt der Worte hat mich, nachdem ich reifer war und den Sinn recht verstand, viele Erfahrungen mit Gott machen lassen. Ich möchte Euch nun das Gedicht vortragen:

"Wer nicht am Morgen betet
ist arm den ganzen Tag,
sein guter Engel weichet
und blickt ihn traurig nach:
Ich kann dich nicht behüten,
du wankest wo du stehst,
ach kehr, ach kehr zurücke
und bete, eh du gehst."

Das Gedicht hat nur wenige Worte, aber eine weitreichende Tragweite. Haben wir den Wunsch uns ganz in die Hände unseres Vaters zu begeben?
Wünschen wir uns diese Erfahrungen auch für unsere Familie?
Familienandachten sind für unser Glaubensleben wichtig, besonders mit Kindern. Aber noch wichtiger- und durch nichts zu ersetzen- ist die Zeit allein mit Gott. Jeder nimmt Gottes Wort anders auf und viele Dinge können nur allein mit Gott besprochen werden.

Es kommt nun die Frage nach der Zeit auf. Wie viel Zeit soll ich Gott widmen? Im Geist der Weissagung lesen wir: Die Zeit, die wir brauchen, um uns geistlich zu ernähren, entspricht etwa der Zeit, die wir täglich zum Essen benötigen: ungefähr eine Stunde. Im Leben Jesu finden wir hierzu auf Seite 67 eine weitere Stelle: "Es würde gut für uns sein, täglich eine stille Stunde über das Leben Jesu nachzudenken. Wir sollten das ganze Erleben Jesu auf Erden in allen Einzelheiten an unserem inneren Auge vorüberziehen lassen."
Die Liebe zu Jesu erfordert manchmal entschiedene Maßnahmen. Ggf. müssen wir unseren ganzen Tagesablauf umstellen. Morgens eher aufzustehen bedeutet im Allgemeinen: abends eher ins Bett zu gehen. Das bedeutet Kampf, Entschiedenheit, Selbstdisziplin. Wir müssen auch die Zeit des Tages gut ausnutzen. Schlagen wir Eph. 5,16 auf: "Text"
Wenn wir bereit sind, Zeit am Morgen für Gott zu haben, wird es uns am Tag helfen, bei anderen Dingen Zeit zu sparen und mit allen Dingen fertig zu werden, die wir nach Gottes Willen tun sollen.
Jesus gab uns ein Beispiel, wie wir mit Gott leben können. Gott ist bereit, uns jeden Morgen zu wecken. Allerdings: aufstehen müssen wir selber, das bleibt stets unsere Entscheidung.

Mancher mag mir den Einwand geben, ich habe nicht jeden Tag gleichviel Hunger, mein Körper kommt auch einen Tag ohne Nahrung aus. Das mag wohl stimmen, für eine kurze Zeit, dann werden wir immer schwächer. Das gilt auch für den geistlichen Bereich.
Ein anderer könnte sagen: "Trotz Essen und Trinken kann ich krank werden." Das ist auch richtig, wenn ich mich falsch ernähre. Ähnlich ist es auch im Glaubensleben. Nicht jede Art von Bibelstudium trägt zum geistlichen Wachstum bei. Wie wir die Bibel studieren und mit welchem Ziel, das ist entscheidend.

Wie machten es unsere Glaubensväter? Wir haben schon viel von Glaubensmännern gehört und gelesen, die den Ruf und das Ziehen Gottes in ihrem Leben verspürten und befolgten. Die Folge daraus war: sie standen schon oft in der Frühe auf, beteten ab 4 Uhr morgens, weinten und rangen vor dem Herrn, damit Sünder gerettet und der Geist Gottes über sie wirksam werden konnte. Die Glaubensväter schonten weder sich selbst, noch ließen sie mit ihrem Flehn Gott in Ruhe, bis eine Antwort vom Herrn vernehmbar war. Sie rangen im Gebet, wie einst Jakob mit Gott: "Ich lasse dich nicht, Du segnest mich denn."
Das Wort aus 1. Thess. 5,17 haben sie beherzigt und ausgelebt. " Betet ohne Unterlass."

Die älteren Geschwister sprechen gerne von den Pionieren unserer Adventbewegung. Auch von den abendlichen Andachten und den daraus resultierenden Erkenntnissen und Glaubenserfahrungen. Wachet und betet, das war der Lebensinhalt eines Siebenten- Tags- Adventisten.

Wir fragen uns heute, warum erleben wir nicht diese Erweckung? Wieso fühlen sich Geschwister nicht mehr heimisch in der Gemeinde? Warum kommt so viel Unfriede und Uneinigkeit in die Gemeinde?
Liegt es nicht daran, dass wir müde und träge geworden sind. Die 10 Jungfrauen wurden vom langen Warten auch schläfrig. Alle, ausnahmslos. Aber 5 waren trotzdem bereit.
Wie war es mit den Jüngern im Garten Gethsemane. Die meisten von Euch kennen die Begebenheit aus Matth. 26 ab Vers 36. Jesus wanderte mit seinen Jüngern, wie so häufig zu diesem Garten, wo er jedes Mal neue Kraft im Gebet suchte. Aber dieses mal hatten die Jünger gemerkt, dass Jesus anders war als sonst, still und traurig. Aber sie fragten ihn nicht nach dem Kummer. Am Anfang des Gartens ließ Jesus seine Jünger bis auf drei, Petrus, Jakobus und Johannes zurück und forderte sie auf, für sich selbst und für ihn zu beten. Jesus bat seine drei Jünger, die seine engsten Vertrauten waren, mit ihm zu wachen und zu beten. "Bleibet hier", sagte er ihnen, " und wachet mit mir." Jesus ging einige Schritte abseits, aber nicht so weit, dass sie ihn nicht sehen und hören konnten.
Jesus wusste um seine Stunde und suchte die innige Verbindung zu seinem Vater. Das Gebet hat mit Sicherheit nicht 5 oder 10 Minuten gedauert.
Da die Jünger zwischenzeitlich schläfrig geworden waren, kann man von einem intensiven Gebet ausgehen. Jesus forderte seine Jünger zu etwas auf, nachdem er sie geweckt hatte. Schlagen wir Matth. 26, Vers 41 auf: "Text".
Nach dieser Ermahnung fand er sie wieder schläfrig. Jesus war betrübt, dass die Jünger die Stunde nicht erkannt hatten. Wenn er sie betend gefunden hätte, wie wäre ihm geholfen worden. Am Anfang hatten sie gebetet, als sie die laute Qual des leidenden Herrn hörten. Aber sie erkannten nicht die Notwendigkeit des ständigen Wachens und Betens, um der Versuchung widerstehen zu können.
Wie reagierte Jesus als er seine Getreuen schlafend fand. In Vers 40 und 41 wandte sich Jesus an Petrus und fragte ihn:" Simon, schläfst du? Vermochtest du nicht eine Stunde zu wachen? Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallet!" Wir lesen nichts davon, dass Jesus seine Jünger tadelte, sondern Mitgefühl zeigte und sie bat: "Wachtet und betet." Jesus ging wieder abseits und fand dann seine Getreuen wieder schlafend. In Vers 45 sagte er zu ihnen: "Schlummert und ruht ein andermal; denn siehe, die Stunde hat sich genaht."
Besorgt stand Jesus einen Augenblick über sie gebeugt und betrachtete sie mit gemischten Gefühlen der Liebe und des Mitleids. In diesen schlafenden Jüngern sieht er eine Darstellung der schlafenden Gemeinde. Als sie wachen sollten, schliefen sie.

Wie steht es um uns heute? Sind wir nicht in der gleichen Situation. In den ersten Jahren der Adventbewegung waren wir in inniger Verbindung mit unserem Vater im Himmel. Aber nun, wo wir meinen die Fülle zu haben, werden wir müde und matt.
Können wir uns nicht in den Jüngern wiederfinden?
Der Teufel versucht alles, was er kann, um unsere Verbindung zu Christus zu unterbrechen. Denn er weiß ganz genau, dass das Gebet unser einziger Halt im Christenleben ist. Satan wird immer versuchen, unsere Gedanken auf unsere Schwächen, die zurzeit bestehenden Nöte, unsere früheren Fehler zu lenken. Auch will er uns mangelnde Zeit vortäuschen. Und wenn er es geschafft hat uns von Christus für einige Zeit abzuwenden, dann kann er uns schnell zur Strecke bringen.
Nur ein stetes Bibelstudium hilft uns einen Sieg über Satan zu gewinnen. Dass Jesus uns vollends versteht. lesen wir in Heb. 4, 14- 16: "Text"

Hier steht geschrieben, dass wir einen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes. Er erinnert sich auch daran, wie er als Mensch in unserer sündigen Welt lebte und versucht wurde. Er weiß, was Versuchung heißt. Er kann uns in jeder Weise verstehen und nimmt dein und mein Gebet an.
Jesus gab seinen Jüngern den Rat: Betet, auf dass ihr nicht in Versuchung fallet.
Haben wir auf die Reihenfolge geachtet? Bete, bete jetzt und nicht morgen oder übermorgen. Bete, bevor die Versuchung dich und mich überfällt.
Lesen wir noch Matth. 26, 41: Text"

Lesen wir daraus, dass wir wachen sollen, und wenn die Versuchung kommt, erst dann beten sollen?
Ich glaube nicht, dass unser Herr uns diesen Rat geben wollte. Er mahnte zu beten, bevor die Versuchung uns ereilt.
Ich bin auch davon überzeugt, dass wir oft Niederlagen hinnehmen müssen, weil wir versuchen aus eigenen Stücken Lösungen herbeizuführen. Ich gehe auch nicht in eine Prüfung, bevor ich mich gründlich vorbereitet habe.
Wir blättern mitunter in der Bibel und suchen nach Verheißungen, die uns in Zeiten der Not weiterhelfen sollen. Dabei kann es passieren, dass wir die Voraussetzungen übersehen. Schlagen wir 1. Kor. 10,13 auf: "Text"

Gilt dieses Wort für jeden Menschen, gläubig oder ungläubig? Oder sprach Paulus eine bestimmte Menschengruppe an? Lesen wir Vers 1, dann lesen wir "liebe Brüder", nähere Erläuterung finden wir im 1. Kor. 1, Vers 1: "Text"
Also an Gemeindeglieder in Korinth. Auf jeden Fall setzte der Apostel voraus, dass die Leser wussten, was es bedeutete, eine geistliche, den Alltag bestimmende Glaubensbeziehung mit Gott zu haben. Auch ich bin überzeugt, dass die Zusage nicht dem helfen kann, der ohne Gott lebt und sich nur in der Not oder sporadisch auf ihn beruft. Selbstverständlich ist es richtig, in der Versuchung zu beten. Aber nur dann, wenn man mit dem Vater in steter Verbindung steht.

F.B. Meyer sagte einmal: "Gottes Verheißungen wurden uns nicht gegeben, damit wir weniger beten, sondern um uns zum Beten anzuregen. Sie sind sozusagen der unterschriebene Scheck, den wir zur Auszahlung vorlegen müssen. Obwohl die Bibel von der ersten bis zur letzten Seite voller herrlicher Verheißungen steckt, werden diese dennoch solange wirkungslos bleiben, bis wir sie zu unserem Gebet machen."

Die Frage die sich jetzt stellt ist, wann und wie betet man?
Nach meiner Erfahrung, und ich sagte es vorhin schon, ist es am frühen Morgen die beste Zeit, alle meine Tagespläne dem Herrn vorzutragen. So kann ich mich ganz in seine schützenden Hände begeben. All mein Tun und Handeln kann dann durch ihn vollbracht werden.
Mangelndes Beten verursacht unsere größten Fehler. In Zeugnisse, Band 8, Seite 53 lesen wir: "Lasst euch eure Gedanken und eure Zuneigung durch nichts- sei es euch noch so lieb und wert- vom Studium des göttlichen Wortes und vom ernstlichen Gebet abbringen."
Auch können unsere Gedanken tagsüber mit dem Herrn verbunden sein. Und abends halten wir aus Dankbarkeit und Liebe wieder Gemeinschaft mit unserem Herrn.
In frühen Schriften lesen wir von den inbrünstigen, anhaltenden Beten. Was versteht man darunter? Lesen wir Jak. 5,16: "Text"
Gott wartet darauf, die Fülle seines Segens auf uns auszuschütten. Wir dürfen uns an der Quelle seiner grenzenlosen Liebe satt trinken. Satan kann es nicht ertragen, wenn man seinen mächtigen Rivalen um Hilfe anfleht, denn er fürchtet sich vor ihm. Steigen inbrünstige Gebete auf, dann zittern Satan und sein ganzes Heer.
Paulus fordert uns auf, fest in unserem Herrn verwurzelt zu sein,
Wir können es in Kolosser 2, 6.7 nachlesen. Es bedeutet, Christen schöpfen die Kraft und Energie aus dem Wort Gottes und dem Gebet. Aus beidem bezieht der Christ seinen Standpunkt.
Wurzeln liegen üblicherweise unter der Erde und sind nicht zu sehen. Sie ermöglichen die Aufnahme der lebensnotwendigen Nährstoffe und sorgen für einen sicheren Stand bei Sturm. Woher nehmen wir die Kraft für unser tägliches Leben? Stürme ereilen auch uns Menschen: Der Tod eines Familienmitgliedes, Krankheit, Enttäuschung und Lieblosigkeit begleiten unser Leben. Vielleicht wird unsere Habe genommen, oder wir müssen liebe Menschen verlassen, weil sich unser Arbeitsumfeld geändert hat.
Wie fest bin ich verwurzelt.
Ich denke, es gibt keine schwierigere Lektion für uns Christen in solchen schweren Zeiten zu begreifen: "Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen." Gott beschenkte mich und nun, da er mir etwas weggenommen hat, kann ich trotzdem alles in ihm finden. Wollen wir diese Verheißung annehmen?
Wir fragen oft, worum sollen wir beten?
Die Bibel sagt:
Bittet um alles, was er uns versprochen hat. Wir dürfen Gott an seine Verheißungen erinnern. Auch unsere zeitlichen Anliegen nach Nahrung, Kleidung oder um das Brot des Lebens und um das Kleid der Gerechtigkeit Christi dürfen wir ihm vortragen.
Bittet um eure ureigensten Bedürfnisse und dankt dem Herrn für alle täglich empfangenen Segnungen.
Betet für die Sache Gottes. Die Vielfältigkeit des Werkes gibt uns Möglichkeiten für die Brüder und Schwestern zu beten, die im Dienst stehen.
Bittet um den heiligen Geist. Die Bitte um die Ausgießung ist in unserer heutigen Zeit mit am wichtigsten.
Betet um Kraft und Weisheit. Wenn wir unseren Herrn anrufen, dann ehren wir ihn auch, indem wir überzeugt sind, seine Hilfe zu empfangen. Alle Kraft und Weisheit stehen für uns bereit.
Im Buch "Frühe Schriften", Seite 87, 88 lesen wir: "Wir müssen Weisheit von oben suchen, wenn wir in diesen Tagen voll Irrtum und Falschheit standhalten wollen."
Bittet um Verständnis des Wortes Gottes. Dort finden wir die Arglist des Versuchers enthüllt. Gleichzeitig erfahren wir auch erfolgreiche Gegenmittel um zu bestehen. Satan ist ein Meister darin, Bibelstellen in der Auslegung so zu verdrehen, dass wir stolpern könnten.
Bittet um Verständnis für die Stunde, in der wir leben. Möge der liebe Gott uns die Zeit erkennen lassen, damit wir die Absichten Gottes besser verstehen und die Fähigkeit Menschen zu ihm zu führen.
Betet um Vervollkommnung. Der Vater im Himmel sieht es gerne, wenn in seinem Werk so gründlich wie möglich gearbeitet wird. Jeder, der ein Amt in der Gemeinde hat, möge Gott um diese Vervollkommnung bitten.

Was ich nicht unerwähnt lassen möchte, ist das Gebet für den Kranken. Der Text aus Jak. 5 ist euch bestimmt bekannt. Aber wir wollen ihn noch gemeinsam lesen. Achtet auf die Worte, vielleicht entdeckt ihr, warum Gebete um den Kranken heute kaum stattfinden oder keine Erfahrungen möglich sind. Text

Wie wir gerade gelesen haben, geht der Bitte um Gesundheit eine gründliche Herzensvorbereitung voraus.
Der Kranke soll Gott ein umfassendes Sündenbekenntnis ablegen und soweit es möglich ist, mit seinen Mitmenschen alles in Ordnung bringen. Auch diejenigen, die sich an der Fürbitte des Kranken beteiligen, also der Prediger oder der Älteste, sollen sich mit Gott und den Menschen versöhnen.
Wenn wir keine Bereitschaft zeigen, uns mit den Mitmenschen und mit Gott zu versöhnen und uns weigern, unsere uns bewussten Sünden und verkehrten Lebensgewohnheiten aufzugeben, wie können wir dann Heilung von Gott erwarten?

Das die Sünde uns von Gott trennt, bestätigt auch der Text in Jes. 59, 1.2:
Meint ihr, der Arm des Herrn sei zu kurz, um euch zu helfen, oder der Herr sei taub und könne euren Hilferuf nicht hören? Nein, sondern wie eine Mauer steht eure Schuld zwischen euch und eurem Gott; wegen eurer Vergehen hat er sich von euch abgewandt und hört euch nicht.
Haben wir die Voraussetzungen erfüllt wird das Fürbittgebet mit dem Satz enden: Herr, nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe!

Und wie erhört Gott die Bitte um Gesundheit?
Gott kann eine sofortige Heilung schenken.
Gott kann eine langsame Genesung schenken und Gott kann die Krankheit zulassen. Aber wenn die Krankheit unter der Zulassung Gottes steht, wird Gott dem Kranken soviel Tragkraft schenken, wie er für die Situation benötigt. Diese Verheißung finden wir in 1. Kor. 10,13.

Wenn wir die angesprochen Punkte beherzigen, werden wir viel Freude am Gebet haben und können unserem Herrn lobpreisen. Wie steht es in Psalm 146, 1+2 ?: "Text"

Dankbarkeit fördert auch die Gesundheit. Nichts ist der Gesundheit von Körper und Seele förderlicher als ein Geist der Dankbarkeit.

Wie steht es auch in Psalm 139, 14: "Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin.
Viele Christenhaben schon manche gute Erfahrung mit dem Gebets- ABC gemacht.
A= alles bitten,
B= bewusst glauben,
C= Christus im Voraus danken.
Gleich, wie man über diese Gebetsmethode denkt, die dahinter stehende Einsicht weist in die richtige Richtung: Wer Gott vertrauensvoll dankt und offen für Positives ist, vermag eher ein siegreiches Glaubenslebens zu führen als der Skeptiker.

Ein Ausdruck der Dankbarkeit besteht darin, selbst für eine augenblicklich gering erscheinende Gabe oder Hilfe zu danken und darin ein Unterpfand Gottes für weitere
In einer christlichen Jugendzeitung las ich: "Danke, dass ich froh, gesund bin. Danke- ich bin geliebt von meinen Eltern. Danke, ich bin jung, führe mich auf meiner Lebensbahn.

Warum sagen wir solche Sätze so selten?

Da gibt es glückliche Stunden in meinem Leben, aber: keine Zeit zum Danken, der Alltagsstress. Dann kommen wieder Tage der Traurigkeit, danken: wozu. Vergessen wir, dass Gott nicht selten Niederlagen auch zu meinem Besten lenkt und Enttäuschungen in Sieg verwandelt?

Ich fand Aussprüche von gläubigen dankbaren Menschen, die mich veranlasst haben, die Dankbarkeit höher zu schätzen. „Der Dank ist der Maßstab meiner Gottesnähe oder Gottesferne“, sagte Wolfgang Dyck. „Unser Glaube ist gesund, wenn wir das Danken gelernt haben“, so Friedrich von Bodelschwingh. Und Martin Luther sagte: “Wir können Gott kein größer noch besser Werk tun noch edleren Gottesdienst erzeigen als ihm danken.“

In Psalm 50, 23 lesen wir: „Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.“

Ein Liedermacher drückt es auch so aus: Herr ich will dir danken, dass ich danken kann.

Doch bei allem rechten Beten ist die Gefahr des selbstsüchtigen Gebetes immer gegeben. Wie können wir erfahren, wann unsere Gebete selbstsüchtig werden.
Als Antwort möchte ich geben, wenn Gebete aus Stolz und selbstsicheren Herzen aufsteigen. Gott kann nicht den geringsten Grad von Eifersucht oder Selbstsucht gutheißen. Lesen wir
Jak. 4,3: "Text"

Die meisten von uns kennen das Gebet vom Pharisäer und vom Zöllner aus Luk. 18 ab Vers 10. Das selbstsüchtige Gebet des Pharisäer "Ich danke dir Gott, dass ich nicht bin wie die anderen Leute" stand im grassen Gegensatz zu der Bitte des bußbereiten Zöllners " Herr, sei mir Sünder gnädig". Das prahlerische Herz des Pharisäers zeigt, dass sein Herz für den Einfluss des heiligen Geistes verschlossen war. Er fühlte kein Bedürfnis, deshalb empfing er nichts. Auch zeigt das Gebet des Pharisäers, dass er von Gott gelobt werden wollte. Er ging in den Tempel, nicht -weil er sich als Sünder fühlte, sondern, weil er sich gerecht fühlte und deshalb Lob haben wollte. Er trug seinen Eigendünkel zur Schau. In unserm Gebet sollte auch die Bitte nicht fehlten: Herr hilf mir, mein Herz zu erforschen. Lehre mich die Selbstsucht zu überwinden und ein Leben zu führen, das ganz dir geweiht ist.
Machen wir auch deshalb keine Erfahrungen mit Gott, weil unsere Gebete keine Gebete sind?
Werden nicht zu viele unnütze, sinnlose Bitten dargebracht, die unserem Gott missfallen?
Ich denke, wir sollten unseren Vater im Himmel um Erkenntnis bitten damit wir unseren Mangel fühlen. Wenn wir unsere Schwachheit durch den heiligen Geist erkannt haben, wird Gott uns das nötige schenken und unser Glauben wächst. In der Gemeinschaft mit unseren Schwestern und Brüdern können wir nicht stille sein, sondern es wächst das Verlangen in der Gemeinschaft von seiner Herrlichkeit und Macht zu erzählen und Gott im Gebet zu lobpreisen.
Ich glaube, wenn wir so handeln, wird der Hochmut in jedem einzelnen von uns überwunden und Gott wird Freude an seiner Gemeinde haben.
Liebe Geschwister, ich wünsche, dass wir eine intensive Gemeinschaft mit unserem Schöpfer pflegen, zu Hause und in der Gemeinde. Nur durch die Kraft des Gebetes werden wir alle Anfechtungen überwinden und den Sieg davon tragen.
Möge der heilige Geist unsere Herzen öffnen und uns leiten.

Amen.





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